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Pflegebedürftigkeit im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes

Pflegebedürftig im Sinne des SGB XI sind Personen, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens auf Dauer, in erheblichem oder höherem Maße, der Hilfe bedürfen.

„Hilfe“ ist definiert in sechs Bereiche: Es sind die Unterstützung, die teilweise oder vollständige Übernahme der Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens oder die Beaufsichtigung oder Anleitung mit dem Ziel der eigenständigen Übernahme dieser Verrichtungen.
Als Hilfe zählt also nicht nur, wenn man etwas selbst macht, z.B. das Gesicht des Pflegebedürftigen wäscht, sondern es zählt auch als Hilfe, wenn man nur den Waschlappen anreicht und den Pflegebedürftigen ermuntert, das Gesicht zu waschen. Speziell bei dem Krankheitsbild Demenz kommt es in der Regel nur auf die Anleitung und Beaufsichtigung der Handlungen bzw.  der Tagesstruktur  an.

Entscheidend ist nicht der individuelle Bedarf, sondern die Beeinträchtigung der Selbstständigkeit und von Fähigkeiten, diese werden im Zuge der Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) in sechs Bereichen erhoben:

Mobilität

Umgang mit der Krankheit

Kognitive und kommunikative Fähigkeiten

Gestaltung des Alltagslebens

Selbstversorgung

Verhaltensweisen und psychische Problemlagen


Damit werden auch Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen, z.B. demenziellen Erkrankungen, erfasst. Hauswirtschaftlicher Hilfebedarf und außerhäusliche Aktivitäten werden in den Modulen berücksichtigt.

Die Frage, ob der Pflegebedürftige tatsächlich Hilfe braucht, kann man am besten beantworten, wenn man sich folgendes überlegt:

  • Was wäre, wenn der Pflegebedürftige allein wäre?
  • Würde der sich allein waschen?
  • Weiß er (noch), dass er sich waschen sollte?
  • Kann er sich allein waschen?

 

Pflegegrade

Ein Pflegegrad wird durch ein Begutachtungsverfahren festgestellt, indem es nicht um den zeitlichen Aufwand der Pflege und Betreuung geht, sondern um die Fähigkeiten selbst. Daher werden keine Zeiten ermittelt, sondern Punktzahlen.

Pflegegrad 1   (12,5 bis unter 27    Punktzahlen)

Pflegegrad 2      (27 bis unter 47,5 Punktzahlen)

Pflegegrad 3   (47,5 bis unter 70    Punktzahlen)

Pflegegrad 4      (70 bis unter 90    Punktzahlen)

Pflegegrad 5      (90 bis unter 100  Punktzahlen)

 

Leistungen der Pflegekasse

  1. Häusliche Pflege durch ambulante Pflegedienste, SGB XI § 36, Pflegesachleistung genannt. Der Pflegedienst erbringt die Pflege und kann bis zu unten genannten Summen mit der Pflegekasse direkt abrechnen.

     

    Pflegegrad 2

      698.- Euro
     

    Pflegegrad 3


    1.298.- Euro

    Pflegegrad 4


    1.612.- Euro

    Pflegegrad 5


    1.995.- Euro

     
  2. Pflegegeld – häusliche Pflege durch nicht erwerbsmäßig tätige Pflegepersonen (ehrenamtliche Pflege) oder durch Angehörige, SGB XI § 37. Der Pflegebedürftige erhält unten genannte Summen von der Pflegekasse.
     

    Pflegegrad 2

    316.- Euro
     

    Pflegegrad 3


    545.- Euro

    Pflegegrad 4


    728.- Euro

    Pflegegrad 5


    901.- Euro

     
  3. Kombinationsleistung SGB XI § 38. Pflegesachleistung und Pflegegeld werden kombiniert. Der Pflegedienst rechnet direkt seine erbrachten Leistungen mit der Pflegekasse ab und der Pflegebedürftige bekommt ein anteiliges Pflegegeld.
  4. Verhinderungspflege SGB XI § 39. Sofern bei häuslicher Pflege die ehrenamtliche Pflegekraft oder der Angehörige ausfällt (Verhinderung der Pflegeperson) übernimmt die Pflegekasse zusätzlich zum Pflegegrad für ein Kalenderjahr bis zu 6 Wochen oder stundenweise flexibel einteilbar für das Kalenderjahr die Kosten.

    Pflegegrad 2-5

    1.612.- €

    plus 806.- Euro aus nichtgenutztem Kurzzeitpflegeanpruch: insgesamt 2.417.- Euro


     
  5. Pflegehilfsmittel und Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen zur Unterstützung der häuslichen Pflege, SGB XI § 40.

    Zum Verbrauch bestimmter Hilfsmittel

    monatlich 40.- €

    Zuschuss für Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes
    z.B. Barriere freies Bad, Türverbreiterung

    maximal 4.000.- €
    je Maßnahme

  6. Zusätzlicher Entlastungsbetrag für Betreuung und Hauswirtschaft
     

    Pflegegrad 1-5

    125.- Euro


Vergütungskatalog der Pflegekassen

Hier finden Sie die aktuelle Preis- und Leistungstabelle.
 

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